Wie man sich einen Pilgerbart wachsen lässt, ohne wie ein Waldschrat auszusehen und andere Schönheitstipps


 

Wer regelmäßig zur Fußpflege geht und sich die Hornhaut entfernen lässt, sollte bedenken, dass ein gewisses Maß an Hornhaut auf dem Camino sehr hilfreich ist. Mit anderen Worten: die vorerst letzte Hornhauthobelei bitte rund 3 Wochen vor dem Camino.

Für viele Männer im Berufsleben ist der Camino die erste Gelegenheit sich einen ordentlichen Bart wachsen zu lassen. Es sein denn es handelt sich um einen Hipster. Bartunerfahrene Männer sehen normalerweise nach ein paar Tagen so aus, als ob man ihnen einen  toten Igel ins Gesicht genagelt hätte. Also so ähnlich wie ein Perlhuhn in der Mauser.

Herrschaften, bitte tut Euch selbst einen Gefallen und nehmt einen Nassrasierer mit! Wenigstens der Hals und vielleicht auch ein paar Stellen unterhalb von Nase und Unterlippe sollten regelmäßig abgeschabt werden, wenn ihr nicht aussehen wollt wie ein altersschwacher Dachs oder Klein Kevin als Josef beim Krippenspiel. Die tollsten Bärte haben übrigens immer die Schurken in alten Zorro – und Piratenfilmen. Und Placido Domingo in La Boheme.  Am besten Ihr fragt Euren Lieblingsfriseur welcher Bartstil euch am verwegensten aussehen lässt. Das Zauberwort lautet „verwegen“ – nicht „vergammelt“.

Wer es gewöhnt ist, bestimmte Körperteile zu rasieren oder zu enthaaren, sollte diese Angewohnheit auf dem Camino entweder beibehalten oder zwei Wochen vorher mit dem Epilieren aufhören. Nichts ist schlimmer beim Laufen, als juckende, kratzende, nachwachsende Körperbehaarung. Den Damen sei zu Ihrer Beruhigung mitgeteilt: es gibt tatsächlich Kosmetikstudios in Spanien. Sogar entlang des Weges.

Trotz des Gewichtes habe ich immer eine batteriebetriebene elektrische Zahnbürste und ein gutes Eau de Toilette im Rucksack. Es gibt einfach Mindeststandards für einen Gentleman. Selbst dann, wenn er aussieht wie ein Yeti.

 

(aus: Ohne Schmerz kein Halleluja)